Der Marktkirchhof

Der Marktkirchhof St. Blasii – Benedikti

Zitiert aus den kirchlichen Nachrichten der Stadt Quedlinburg aus dem Jahre 1844:

"Nachdem der Platz zur Beerdigung der Toten aus der St. Benedikti- und St. Blasii-Gemeinde auf dem St. Benedikti-Gottesacker im Neuendorfe und auf dem, den zwei altstädter Kirchengemeinden gemeinschaftlich angehörendem Gottesacker vor dem Topfthore immer beschränkter geworden und nachdem der St. Benedikti-Kirchenvorstand deshalb seit Jahren mehrere vergebliche Vorschläge gemacht hatte, einigte sich derselbe endlich im Jahre 1844 mit dem St. Blasii-Kirchenvorstande über den Ankauf eines auf der sogenannten Pfahlbreite vor dem Topfthore liegenden, vier Magdeburger Morgen und fünf Quadratruthen enthaltenden Ackerstücks.! Hiermit wurden für die beiden Kirchengemeinden zu St. Benedikti und zu Blasii, ein Begräbnisplatz eingerichtet, der St. Benedikti-Friedhof. In Quadratform breitet sich der St. Benedikti-Friedhof aus, er liegt direkt an der B6 (Marktfriedhof)

Der Marktkirchhof an der St. Benediktikirche, heute ein offener Platz mit alten, stattlichen Linden, war bis 1811 ein rings von Mauern eingefaßter, nur von Torwegen durchbrochener Friedhof mit zahlreichen Gräbern und Grabgewölben. Erst im Jahre 1812 verfügte die westfälische Regierung, daß alle von Häusern umgebenen Begräbnisplätze nach einem Gelände außerhalb der Stadtmauern zu verlegen seien. Von beiden Mausoleen hat sich nur das Gebhardsche oder Goetzesche erhalten.

Das Gebhardsche oder Goetzesche Mausoleum an der Nordseite der Türme des Barockbau mit zweiteiligem Schieferdach. Südseite: Prächtige schmiedeeiserne Tür, um deren kräftig profilierten Rahmen auf korinthisierenden Säulen geschweifter Architrav mit volutentragendem Gesims, auf den Voluten zwei klagende weibliche Gestalten zwischen denen auf der Inschriftskartusche Urne mit Laubgehänge.

Inschrift: Jesaias 20,V. 19 Herr deine Toden werden leben und mit dem / Leichnam auferstehen Wachet auf und rühmet, die lieget unter der Erden. Darunter Alliancewappen: vier Rosen und Schädel mit Beinknochen. Nordseite: Längliche Kartusche mit Inschrift:Ezeschiel/Du Menschen Kind meinest Du/ auch dafs diese Gebeine wieder lebendig/ werden Herr Herr das weisest du wohl. Darunter zwei lange Wappen mit Helmzier . Westseite: Zwischen zwei halbachteckigen Pfeilern sitzende weibliche Figur mit Schild auf dem rechten Knie, verwittert.

Am Sockel, auf dem sie sitzt.

Inschrift: DIFICATVM 1726. Aufsatz mit flacher Urne,

Inschrift: RENOVATVM 1771. 1838 unten halbsitzender Chronos. Das Ganze ist im Figürlichen wie Ornamentalen einen ansprechende Leistung.

Dies Mausoleum hat der Kaufmann Joh. Christoph Gebhard für 60 Taler erbaut und ist 1726 darin beigesetzt. Da die Familie 1752 in Konkurs geriet, wurde das Begräbnis subhastiert und von der Kirche für 100 Taler erstanden. 1771 kaufte es dann der Bürgermeister Joh. Andreas Götze, der 1784 darin beigesetzt ward. Der Kammerrat Joh. Andreas Goetze war der letzte , der hier 1801 beigesetzt wurde.

Text aus : Beschreibende Darstellung der älteren Bau- und Kunstdekmäler der Provinz Sachsen von Prof.Dr. Adolf Brinkmann. 2. Teil